Es liegt zuerst in der Luft. Es ist eine Art Vorahnung. Etwas, das sich langsam annähert, so langsam, das man es nicht bemerkt, wenn man nicht lange konzentriert beobachtet. Die Leute, vor allem die, die schon zur Ruhe gekommen sind. Das erste Mal durchatmen. Plötzlich bemerken, dass für die nächsten Stunden nichts vor ihnen liegt. Ich kann es nur, weil ich Übung habe. Nicht einmal freiwillig. Sobald ich von mehr als, sagen wir, 3 oder 4 Menschen umgeben bin, in einem statischen Zustand, ohne Fluss, wie etwa, wenn man auf etwas wartet, verlasse ich meinen Körper. Ich trete neben mich. Meine Augen werden wund sonst, und mein Geist teilt sich in zu viele einzelne Fäden auf, wie ein Seil, das sich beginnt aufzutrennen, etwas sehr fasriges, das man bald nicht mehr halten kann. Ich zerfließe quasi in meinen eigenen Händen. So trete ich dann aus meinem Körper aus und verfalle in eine Art Starre, die es mir ermöglicht, meine eigene persönliche Beteiligung, meine Verstrickung, zu ignorieren und Platz zu schaffen für all die Splitter, die es hagelt, für die Pfeile die fliegen und die watteweichen Wölckchen, die puffern und verschlucken, so dass alles für die Masse unbemerkt bleibt. Die Leute gehen ihrer Wege, aber heute stolpern sie. Sie lassen Dinge fallen. Ampeln werden nicht mehr rot, um niemanden aufzuhalten. Der Automat gibt kein Rückgeld. Es gibt keine Karte für die Oper mehr. Der Schalter ist nicht besetzt. Man geht in das Geschäft und kauft große Flaschen mit Wasser, nicht eine sondern viele, in einer engen Plastikumhüllung und mit Griff, damit man es weit tragen kann, und Brot in Dosen mit besonders hohem Vollkornanteil, der dafür sorgt, dass Energie langsam und portioniert freigesetzt wird, und Erbsen und Möhren in Gläsern, und es knackt wenn man sie öffnet, wie eine Warnung, aber man wird sie nicht mehr hören, denn man wird den Einkauf erst einsortieren, an seinen Platz im Regal hinter vielen verschlossenen Türen. Es wird Nächte geben, da wird man aus dem Fenster sehen und man wird denken, es hat geschneit und Sterne aus Glitzerpapier falten. Bloß ist es kein Schnee. Es ist Krieg, der vom Himmel fällt. Ich werde nicht da sein. Die Natur weiß alles, sie lächelt schon heute und legt behutsam ihren Arm um die, die mit faltiger Stirn gen Himmel gucken und die Lichtblitze bemerken, die steril und ohne jeden Ton aufleuchten, um diejenigen die das Brennen auf der Haut spüren, das mit dem Regen fällt, und nicht mehr anders können als laufen, weit laufen. Ich mag die Menschen. Ich empfinde keine Verachtung für sie. Es ist nur anstrengend, dass man selbst einer ist. Ich baue mir ein Nest.
thanks to carolin, my friend, collector of leaves and guardian of the circle we are gonna do a winter / spring / summer nest, too